Projektnews: Generationsunterschiede

Inzwischen sind wir schon mitten drin im Projekt „Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Social Networks, Foren & Co.“ und arbeiten an vielen verschiedenen Baustellen. In München läuft momentan der qualitative Part der Studie an. Wir in Hohenheim basteln am Fragebogen für die quantitative Befragung und die sekundäranalytische Auswertung des DFG-Projekts zum Web 2.0 hat auch schon ein paar spannende Ergebnisse gebracht.

Bei der sekundäranalytischen Betrachtung ging es vor allem darum, Unterschiede in der Nutzung zwischen den jüngeren – den „Digital Natives“ – und den älteren Usern – auch „Digital Immigrants“ genannt – aufzuzeigen. Schon die Auswertung der Nutzertypologie, bei der wir nach dem Partizipationsgrad der Web-2.0-User unterscheiden, zeigt deutlich die Generationsunterschiede auf:

Altersgruppen nach Aktivitätsgrad im Social Web

Berücksichtigt wurde bei dieser Typologie nicht die Nutzungsfrequenz und -dauer, sondern der Aktivitätsgrad im Social Web. Maßgeblich war, inwiefern ein User in den abgefragten Web-2.0-Anwendungen eigene Inhalte veröffentlicht.  Ein Nichtnutzer beschäftigt sich dabei nie mit dem Web 2.0, ein konsumierender Nutzer rein rezipierend. Partizipierende Nutzer stellen zwar keinen eigenen Content bereit, aber sie reagieren auf die Inhalte anderer, z.B. mit Kommentaren. Partizipierende Nutzer stellen aktiv eigene Inhalte in Netz, wobei die vielseitig produzierenden Nutzer drei oder mehr verschiedene Anwendungen verwenden.

Wie zu erwarten war, sind die jungen Nutzer tatsächlich wesentlich aktiver, wenn es darum geht, eigene Inhalte ins Netz zu stellen. Insgesamt 81 % der 13- bis 24-jährigen Befragten geben an, in einer oder mehr Anwendungen des Social Web aktiv Inhalte bereitzustellen. Bei den älteren Digital Immigrants fällt der Anteil der partizipierenden Nutzer nur halb so hoch aus und 14 % dieser Altersgruppe nutzen die abgefragten Social-Web-Anwendungen gar nicht. Es scheint also einige Generationsunterschiede zu geben, wie mit den gar nicht mehr so neuen „neuen Medien“ umgegangen wird.

Ersetzen Web-2.0-Anwendungen traditionelle Massenmedien? Vortrag auf der GOR11

Gestern ging die diesjährige GOR11 in Düsseldorf zu Ende. Aus dem Web-2.0-Projekt haben wir dort einen Vortrag zum Thema „Will Wikis Substitute Newspapers and YouTube Replace TV? Social Web Applications as Functional Alternatives for Traditional Media“ gehalten. (Die Folien sind hier zu finden.) Die Ergebnisse aus unserem Projekt zeigen, dass Web-2.0-Anwendungen zwar teilweise die gleichen Funktionen erfüllen wie traditionelle Medien und Face-to-face-Kommunikation und darüberhinaus häufig sogar noch viel mehr bieten. Trotzdem nutzen „die Web 2.0er“ die traditionellen Medien nicht weniger als die Personen, die nicht im Web 2.0 aktiv sind. Bisher sind also keine Substitutionseffekte bei der Nutzung festzustellen. Es sind aber sicherlich weitere Studien notwendig, um zu prüfen, ob dies auch in Zukunft so bleiben wird. Wir sind gespannt…

Außerdem haben wir auf der GOR viele interessante Vorträge gehört, vor allem das Thema Twitter war in diesem Jahr sehr stark vertreten mit vielen interessanten Vorträgen. Aber auch in methodischer Hinsicht gibt es auf der GOR immer viel zu lernen, vor allem die Mischung aus Marktforschern und Wissenschaftlern war wieder einmal gelungen. Es war insgesamt eine gute und spannende Tagung in Düsseldorf – wir hatten viel Spaß und freuen uns auf nächstes Jahr in Mannheim!

Lass dich überraschen!

Die Tage zum Weihnachtsfest sind gezählt. Mittlerweile brennt schon das zweite Licht am Adventskranz und jeder freut sich auf das immer näher rückende Fest. Verstärkt wird die Weihnachtsstimmung durch den gefallen Schnee und die Weihnachtsmärkte, die uns überall mit einem Zimt- und Glühweinduft locken. Doch was wäre Weihnachten ohne Geschenke von den Liebsten? Mittlerweile gibt es aber leider nur noch selten „Überraschungsgeschenke“ und immer öfter weiß man, welches Geschenk man zu Weihnachten bekommen wird.Durch das aufkommende Web 2.0 hat man außerdem immer mehr reine online-Kontakte und mit Facebook, Twitter etc. steht man mit der „ganzen Welt“ in Kontakt, sodass das traditionelle Wichteln mit einer Reihe von Freunden und Bekannten schon gar nicht mehr möglich ist. Lösung bietet „Twichteln“.

Wie schon im letzten Jahr haben Twitter-Nutzer nun die Möglichkeit, sich gegenseitig eine Freude zu machen und der Überraschungseffekt kommt bei Twichtel-Geschenken mit Sicherheit nicht zu kurz.  Unter http://www.twichteln.de/ können sich Twitter-Nutzer kostenlos anmelden, kurz darauf werden die Teilnehmer einander zugelost und man sollte bis spätestens dem 20.12. sein Geschenk auf die Reise geschickt haben, sodass das Twichtel-Geschenk pünktlich zu Heiligabend seinen Empfänger erreicht. Leider war der Anmeldeschluss für das diesjährige Twichteln schon am 5. Dezember. Doch wer mal nicht mehr nur seine „real-life-Freunde“ beschenken möchte, der sollte sich diese Aktion für nächstes Jahr merken! Somit wünsche ich weiterhin eine schöne Vorweihnachtszeit und viel Spaß beim Twichteln!

Mein Web 2.0 im November – Ein eigenes Wiki? Kein Problem!

Es ist November, es wird langsam kälter und grauer… Zeit also sich zu überlegen, wie man den einen oder anderen tristen Winterabend (sinnvoll) verbringen könnte – und für mich Zeit zu überlegen, was es denn so neues oder empfehlenswertes in der Web 2.0-Welt gäbe.

Dabei ist mir in letzter Zeit – wie eigentlich immer wenn man in den Weiten des World Wide Web (2.0) herumstöbert –  wieder einiges mal mehr, mal weniger Kuriose  untergekommen:

So kann man sich neben Müsli, Tee, Parfüm oder Schokolade (und Was-weiß-ich-was-noch-allem) beispielsweise sein eigenes Olivenöl zusammenstellen („myolives“).

Oder man denkt sich (bescheuerte) Aktionen aus und fragt die Web-Gemeinde auf „howmutch“ für welchen Betrag man bereit wäre die Aktionen auszuführen bzw. in  umgekehrter Logik,  was einem die beschriebene Aktion wert wäre.  Wer sich lieber unter den Befragten befindet , kann sich die Zeit dann damit vertreiben, zu überlegen für welchen Betrag er sich zu so geistreichen Aktionen wie dem Ablecken einer U-Bahn-Haltestelle  verleiten ließe…

Oder man lebt sich auf  „thumbscribes“ kreativ und kollaborativ mit anderen Nutzern literarisch aus.

Oder… oder….

Was ich unseren Lesern diesen Monat aber ans Herz legen möchte,  ist weniger eine einzelne, spezifische Web 2.0-Plattform und auch nicht unbedingt die „klassische“ Teilnehmerrolle (die es im Web 2.0 ja eigentlich sowieso nicht gibt), sondern vielmehr Folgendes:

Bauen Sie doch einfach einmal Ihr EIGENES Wiki auf!

So lässt sich auch über mehrere Personen verteiltes Wissen einfach, schnell und gut zugänglich strukturieren und dokumentieren. Was noch lange nicht heißt, dass man sein Wiki völlig öffentlich und allgemein zugänglich gestalten muss. So kann man bei verschiedenen Wiki-Anbietern die Zugänglichkeit individuell regeln und sein Wiki etwa nur bestimmten, zugelassenen Personenkreisen zugänglich machen.

Was wiederum bedeutet, dass es verschiedene Anbieter von Wiki-Software (und zugehörigen Serverkapazitäten) gibt, welche einem ermöglichen schnell und unkompliziert sein eigenes Wiki zu erstellen. Wer eingeblendete Werbung in Kauf nimmt, kommt dann sogar kostenfrei zu seinem eigenen Wiki.

Einen guten Überblick über verschiedene Wiki-Anbieter bietet dabei die Seite „wikimatrix“ die ermöglicht verschiedene Anbieter anhand zahlreicher Kriterien zu vergleichen. Wer eine Empfehlung bekommen möchte, kann den Choice Wizzard bemühen, der einem nach wenigen Fragen eine Auswahl empfohlener Wikis präsentiert.  Gefragt wird beispielsweise, ob das Wiki-Interface in einer bestimmten Sprache verfügbar sein soll oder ob man auf WYSIWYG (Tolle Abkürzung oder? – What You See Is What You Get) Wert legt.

Für unser projektinternes Wiki bin ich so auf Wetpaint gestoßen und ich muss sagen, ich bin immer noch begeistert. Sowohl von Wetpaint als auch vor allem von der Tatsache wie einfach man sein eigenes Wiki anlegen kann und wie nützlich es einfach ist.

Was ich sagen möchte ist, dass ich es eigentlich nur empfehlen kann es einmal selbst – egal mit welchem Anbieter – auszuprobieren.

Ob privat (bspw. für Kochrezepte), fürs Studium  oder beruflich. Ob allein für sich (auch wenn es dann nicht mehr ganz dem Wiki- und Web 2.0-Gedanken entspricht), oder mit  Freunden, Kommilitonen oder Kollegen…

Also einfach mal ausprobieren!

Und vielleicht hätte ich als Überschrift auch einfach „Eine Ode an Wikis“ nehmen sollen 😉

Mein Web 2.0 im Oktober – Lesen was das Zeug hält

Während wir in den letzten Wochen noch mit vielen Sonnenstunden verwöhnt wurden und immer noch werden, kündigt sich doch so langsam der Winter an: Die Abende werden länger, es ist kalt, man mummelt sich gemütlich in seine Decke ein…. und liest am besten ein Buch. Wer hier noch auf der Suche nach guten Literaturtipps ist, dem möchte ich heute den Blog „Ein Buch muss die Axt sein“ (http://einbuchmussdieaxtsein.blogspot.com) empfehlen. Auf diesen privaten Blog wurde auch ich erst kürzlich hingewiesen und er hat mich sofort überzeugt – in ansprechender Weise werden hier Bücher unterschiedlichster Art vorgestellt. Und das so gut, dass ich mir gleich „In meinem Himmel“ kaufen werde.

Mein Web 2.0 im September – Wasser, Wind und schnelle Boote

Der Sommer verabschiedet sich langsam und es wird nicht mehr lange dauern, bis die ersten Herbststürme über das Land hinweg fegen. Für viele Wassersportler neigt sich damit gleichzeitig die Saison (zumindest in unseren Breiten) dem Ende zu. Zeit also, sich ein wenig mit dem Internetangebot zum Thema zu beschäftigen.

Insbesondere sportlich orientierte Segler, die sich auch dafür interessieren, was in der Szene außerhalb Deutschlands oder Europas passiert, sitzen jedoch mit den klassischen Angeboten auf dem Trockenen. Die Redakteure der bekannten Zeitschriften bieten, wenn überhaupt, meist nur sehr oberflächliche Berichte. Zum Glück gibt es Internetangebote, fernab der renommierten Magazine.

Angebote wie Sailing Anarchy (www.sailinganarchy.com; deutscher Ableger www.sailinganarchy.de) bieten mit interessanten Reportagen und Hintergrundberichten bisher unbekannte Einblicke in die Welt des Regattasegelns. Die Berichte sind dabei nicht von professionellen und lediglich beobachtenden Reportern geschrieben, sondern meist von aktiv beteiligten Seglern, die ihre persönlichen Erfahrungen wiedergeben. Im angeschlossenen Forum hat der Leser zudem die Möglichkeit neue Designs, Boote oder Regattaergebnisse zu diskutieren.

Alles in allem, gute Voraussetzungen für einen kurzweiligen Winter…

Mein Web 2.0 im August – Sommer, Sonne, Strand & mehr

So langsam beginnt auch in Hohenheim die Feriensaison und die Kollegen verabschieden sich nach und nach in den verdienten Urlaub. Ich selbst habe noch keine konkreten Pläne. Zeit, mal zu gucken, was das Web 2.0 im Hinblick auf Sonne, Strand und Meer so zu bieten hat!

Die erste Adresse ist Wikitravel – ein weltweiter Online-Reiseführer. Dem Wiki-Prinzip folgend stellen die User hier aktuelle Reiseinformationen über Länder, Städte und Sehenswürdigkeiten zusammen. Man erhält Informationen zur besten Reisezeit, Transport oder kulinarischen Besonderheiten. Konkrete Restaurant- oder Hoteltipps bekommt man jedoch nicht. Die gibt es dafür bei tripadvisor. Hier kann man nach regional nach Empfehlungen in bestimmten Preiskategorien suchen; die User beschreiben und bewerten das Angebot.

Für Reisende die Anschluss suchen und vielleicht bei den Übernachtungskosten den einen oder anderen Cent sparen möchten, ist couchsurfing gedacht. Angemeldete User können eine Unterkunft finden und selbst eine Übernachtungsmöglichkeit oder auch anderes anzubieten, wie beispielsweise einem Reisenden die Stadt zu zeigen. Dann kann der Urlaub ja kommen!