JIM 2010 veröffentlicht

Heute kam die JIM Studie 2010 heraus. Die Studie vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest beschreibt seit 1998 das Mediennutzungsverhalten Jugendlicher in Deutschland und ist damit sehr wertvoll, weil die aktuellen Veränderungen beschreiben werden können. Die Ergebnisse haben wir schon mit Spannung erwartet, denn sie sind ja auch in Hinblick auf unser neues Projekt hochinteressant. Hier die wichtigsten Ergebnisse zur Internet-Nutzung und Privatsphäre kurz zusammengefasst:

Demnach haben zwei Drittel der 12-19-jährigen Onliner schon einmal Fotos und/oder Filme von sich ins Netz gestellt. Die E-Mail-Adresse haben 37 % veröffentlicht. Gegenüber dem Vorjahr ist die Bereitschaft der Jugendlichen persönliche Daten im Social Web preis zugeben erfreulicherweise rückläufig. Bereits zwei Drittel aller Jugendliche nutzen die Privatsphäreoptionen um ihre Daten nur einem bestimmten Personenkreis zugänglich zu machen. Wobei die Nutzung dieser Optionen immernoch duch Alter, Geschlecht und formale Bildung determiniert wird. Mädchen, Volljährige und Gymnasiasten machen überdurchschnittlich häufig davon Gebrauch.

Mit Blick auf die Gefahren der Internetnutzung ist aus Sicht der Jugendlichen die Angst vor Abzocke und Viren groß (44 bzw. 42 %). Gut ein Viertel der Befragten gaben zudem an Angst vor Datenklau und -missbrauch zu haben. Zunehmend relevante Probleme scheinen auch Cybermobbing und das Recht am eigenen Bild zu sein. 15 % der Teilnehmer bestätigen das bereist jemand peinliche oder beleidigende Bilder oder Videos von ihnen in Netz gestellt hat.

Eltern (37 %) und Schule (36 %) spielen eine wichtige Rolle bei der Sensibilisierung für die Gefahren im Netz. Zum Umgang mit den Gefahren gibt es verschiedene Wege, die je nach Geschlecht häufiger oder weniger häufig angewendet werden. Besonders Mädchen verfolgen die Strategie im Netz wenig von sich preis zu geben und sie meiden Kontakt mit Fremden. Jungs haben hingegen wohl eher die technischen Gefahren im Blick, wenn sie angeben sich mit Virenabwehrsoftware zu schützen.

Jeder Vierte hat schon einmal im real live eine Person getroffen, die er über das Internet kennengelernt hat. In der Regel verlaufen diese Treffen ohne nennenswerte Vorkommnisse, jedoch beschreiben 3 % der befragten Stichprobe die Treffen im nachhinein als unangenehm (was immer das heißen mag). Betrachtet man nur diejenigen, die schon einmal einen reinen Online-Kontakt getroffen haben, kommt man auf 13 % unangenehme Treffen.

Insgesamt lassen sich die aufgezeigten Tendenzen als erfreulich beurteilen, da eine zunehmende Sensibilität für die Gefahren des Social Web unter den Jugendlichen zu zu herrschen scheint. Dennoch gibt es bei einigen nach wie vor offensichtlich Aufklärungsbedarf, besonders jüngere Jugendliche, Hauptschüler und Jungs erscheinen nach Lektüre der aktuellen JIM als Risikogruppen. Die komplette Studie zum Download gibt es hier.

JIM. (2010). JIM-Studie 2010. Jugend, Information (Multi-) Media. Basisstudie zum Medienumgang 12- bis 19-Jähriger in Deutschland. Stuttgart: Medienpädagogischer Forschungsbund Südwest.

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Ergebnisse des LfM-Projekts „Jugendliche und Web 2.0“

Vor einigen Tagen wurden die Ergebnisse des LfM-Projekts „Jugendliche und Web 2.0“, das das Hans-Bredow-Institut in Zusammenarbeit mit der Universität Salzburg bearbeitet hat, vorgestellt. Bereits jetzt ist ein Kurzbericht hierzu verfügbar (hier). Auf den kompletten Ergebnisbericht, der im Sommer erscheinen soll, freuen wir uns, denn er verspricht interessante Erkenntnisse und Anregungen, nicht nur, aber auch, für unser eigenes Projekt.

Studie „Studieren im Web 2.0“

Die Hochschul-Informations-System GmbH (HIS) hat in Zusammenarbeit mit dem Multimedia Kontor Hamburg eine Studie zum Thema „Studieren im Web 2.0“ herausgegeben. Sie legen damit (nach eigenen Angaben) erstmals für Studierende deutscher Hochschulen und Fachhochschule repräsentative Daten über die allgemeine und studiumsbezogene Nutzung des Web 2.0 vor. Den Projektbericht findet man hier.