Projektnews: Abgabe des Zwischenberichts und Start der Pretest-Phase

Endlich melden wir uns mit Neuigkeiten zum Stand unseres Projektes zurück. Es gibt wie immer viel zu berichten:

Die letzten Monate vergingen wie im Flug, denn es standen zwei große Abgabetermine auf unserem Projektplan an: Die Fertigstellung des Zwischenberichts und der Start des Pretests.

Im Zwischenbericht haben wir unsere bisherigen Erkenntnisse beschrieben und den momentanen Stand des Projektes festgehalten. Unter anderem kamen wir zu dem Schluss, uns vorrangig mit dem Verhalten bezüglich Datenschutz und Privatsphäre auf Sozialen Netzwerkplattformen zu beschäftigen, da Social-Web-Anwendungen bei Foren im Vergleich zu Sozialen Netzwerk-Plattformen nicht so stark ausgeprägt sind.

Die Nutzer müssen hier  Profile anlegen und Informationen über sich preisgeben, um sich dann mit anderen Nutzern austauschen zu können, Beziehungen zu pflegen, Informationen einzuholen, aber auch sich selbst in möglichst gutem Licht darzustellen, sogenanntes Impression Management. Dieses Selbstoffenbarungsverhalten steht im Gegensatz zu den individuellen Vorstellungen von Privatsphäre und den Persönlichkeitsrechten des Einzelnen.

Junge Nutzer sind nicht nur aktiver im Internet (siehe dazu auch den letzten Beitrag) und stellen die häufigste Nutzergruppe von Sozialen Netzwerk-Plattformen dar, sondern gehören auch hier zu jener Gruppe an Nutzern, die eher offen viele Informationen preisgeben. Gefährlich ist hierbei, dass sie den Überblick verlieren können, wer Informationen über sie sammeln, verarbeiten und auswerten kann. Auch deswegen fühlen wir uns bestätigt, dass dringend und unbedingt Empfehlungen für medienpädagogisches Handeln entwickelt werden müssen, um die Aufmerksamkeit der Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf diese Problematik zu lenken und ihnen dabei zu helfen, sensibler mit ihren persönlichen Daten umzugehen.

Das Projekt gliedert sich in vier empirische Projektabschnitte. Zusätzlich wurde eine Sekundäranalyse von  deutschsprachiger und internationaler Literatur durchgeführt. Die Besonderheit dieses Projektes stellt die Einschätzung der Sachlage aus juristischer Perspektive dar.

Die erste qualitative Phase (Interviews mit den Jugendlichen) befindet sich momentan im Abschluss. Alle Interviews wurden bereits geführt und die Planung der ersten quantitativen Phase (Standardisierte Onlinebefragung) ist ebenfalls bereits abgeschlossen. Die Durchführung der Online-Befragung wird nach dem Pretest, der sich gerade im Feld befindet, im August starten.

Wir sind schon ganz gespannt auf die ersten Ergebnisse des Pretests und werden euch hoffentlich bald etwas mehr darüber berichten können.

Projektnews: Generationsunterschiede

Inzwischen sind wir schon mitten drin im Projekt „Datenschutz und Persönlichkeitsrechte in Social Networks, Foren & Co.“ und arbeiten an vielen verschiedenen Baustellen. In München läuft momentan der qualitative Part der Studie an. Wir in Hohenheim basteln am Fragebogen für die quantitative Befragung und die sekundäranalytische Auswertung des DFG-Projekts zum Web 2.0 hat auch schon ein paar spannende Ergebnisse gebracht.

Bei der sekundäranalytischen Betrachtung ging es vor allem darum, Unterschiede in der Nutzung zwischen den jüngeren – den „Digital Natives“ – und den älteren Usern – auch „Digital Immigrants“ genannt – aufzuzeigen. Schon die Auswertung der Nutzertypologie, bei der wir nach dem Partizipationsgrad der Web-2.0-User unterscheiden, zeigt deutlich die Generationsunterschiede auf:

Altersgruppen nach Aktivitätsgrad im Social Web

Berücksichtigt wurde bei dieser Typologie nicht die Nutzungsfrequenz und -dauer, sondern der Aktivitätsgrad im Social Web. Maßgeblich war, inwiefern ein User in den abgefragten Web-2.0-Anwendungen eigene Inhalte veröffentlicht.  Ein Nichtnutzer beschäftigt sich dabei nie mit dem Web 2.0, ein konsumierender Nutzer rein rezipierend. Partizipierende Nutzer stellen zwar keinen eigenen Content bereit, aber sie reagieren auf die Inhalte anderer, z.B. mit Kommentaren. Partizipierende Nutzer stellen aktiv eigene Inhalte in Netz, wobei die vielseitig produzierenden Nutzer drei oder mehr verschiedene Anwendungen verwenden.

Wie zu erwarten war, sind die jungen Nutzer tatsächlich wesentlich aktiver, wenn es darum geht, eigene Inhalte ins Netz zu stellen. Insgesamt 81 % der 13- bis 24-jährigen Befragten geben an, in einer oder mehr Anwendungen des Social Web aktiv Inhalte bereitzustellen. Bei den älteren Digital Immigrants fällt der Anteil der partizipierenden Nutzer nur halb so hoch aus und 14 % dieser Altersgruppe nutzen die abgefragten Social-Web-Anwendungen gar nicht. Es scheint also einige Generationsunterschiede zu geben, wie mit den gar nicht mehr so neuen „neuen Medien“ umgegangen wird.